Zeitwertkonto bei KAV und Wiener Linien testen
Betriebe bei Lehrlingsausbildung engagierter unterstützen
„Für das Jahr 2010 wird ein Mehr an Anstrengungen nötig sein, um die Situation am Wiener Arbeitsmarkt in den Griff zu bekommen“, so der Landesobmann des Wiener ÖAAB, Klubobmann Matthias Tschirf, im Rahmen des heutigen Pressegespräches des Wiener ÖAAB.
Konkret stellt sich der Wiener ÖAAB vier Punkte vor, die einerseits den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Mehrwert bringen und andererseits zur Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt beitragen sollen. Eine Forderung, die der Wiener ÖAAB zum wiederholten Male stellt, ist die nach einer ‚Wissenscard‘. Diese solle jeden Arbeitnehmer die Möglichkeit geben, sich während eines Arbeitsverhältnisses weiter zu bilden, denn „Tatsache ist, dass das Finden eines neuen Jobs während eines Aufrechten Arbeitsverhältnisses mehrfach höher ist, als dies aus der Arbeitslosigkeit heraus zu tun“, so Tschirf. Hier müsse es eine endlich eine enge und sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Arbeitnehmern und dem AMS bzw. dem waff geben, um zu guten Ergebnissen zu kommen.
Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Mehrwert bringen könnte, zeigt sich Tschirf überzeugt, das Zeitwertkonto. Hier können Überstunden gebucht werden, die zu einem späteren Zeitpunkt oder am Ende des Arbeitslebens als Auszeit genutzt werden. Als Pilotprojekt startet dies demnächst in der gespag (Gesundheits- und Spitals AG) in Oberösterreich. „Dieses Modell wäre auch für die KAV und die Wiener Linien denkbar“, so Tschirf und fordert Mut, dieses neue Modell zu Gunsten der Arbeitnehmer/innen ein zu führen.
Zwtl.: Wiener Blum-Bonus und Flächenwidmungen für Arbeitsplätze
Der Landesgeschäftsführer des Wiener ÖAAB, LAbg. Alfred Hoch, wies auf die Problematik der überbetrieblichen Lehrwerkstätten hin: „Im Gegensatz zu den betrieblichen Lehrstellen, werden diese Auszubildenden nach Abschluss wieder auf der Straße stehen und erneut mit der Suche nach einem Arbeitsplatz konfrontiert sein.“ Hier müsse es schnellst möglich eine Rückkehr zur Suche nach betriebliche Lehrstellen geben, denn im kommenden Jahr würden den Trägern der überbetrieblichen Lehrwerkstätten das Geld ausgehen, warnt Hoch. Ein geeignetes Mittel seien neue Formen des Blum-Bonus – ein Wiener Blum-Bonus – wie etwa der Qualitäts-Bonus, bei dem je nach Leistung der Lehrlinge zusätzliches Geld fließe, oder der Zusätzlichkeits-Bonus, bei dem für jeden zusätzlichen Lehrling (gegenüber dem Vorjahresstand) zusätzliche Förderungen ausgeschüttet würden.
Einen weiteren Ansatz sieht Hoch in der Flächenwidmung. „Oft werden den Unternehmen die Möglichkeit einer Ansiedelung überhaupt von vorn herein genommen, das es groß in Mode gekommen ist, jede freie Fläche in Wohnflächen um zu widmen“, so Hoch. Da es über die Lohnkosten nicht möglich sei, Anreize für die Unternehmen zu schaffen, sei eine Möglichkeit etwa die Kommunalsteuer für eine bestimmte Zeit zu erlassen.
„Jedenfalls müssen die Anstrengungen massiv erhöht werden, ansonsten wird es im Jahr 2010 mit dem Wiener Arbeitsmarkt weiter abwärts gehen“, zeigen sich Landesobmann Matthias Tschirf und Landesgeschäftsführer Alfred Hoch einig.





