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Aus- und Weiterbildung

Die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt ändern sich immer schneller – daher sollte auch die berufliche Aus- und Weiterbildung ein ständiger Begleiter sein.

Um geeignete Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, fordern wir:

Flexiblere Kursprogramme für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nützen ihre Karenz für eine berufliche Neuorientierung. Sie bemängeln, dass viele Kursprogramme vom AMS nur tagsüber angeboten werden, wo die Betroffenen eine außerfamiliäre Kinderbetreuung benötigen. Es wäre zudem sinnvoll Weiterbildungsprogramme durch das AMS (gemeinsam mit dem WAFF) vermehrt auch jenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern anzubieten, die sich in einer Beschäftigung befinden (zur Auf- bzw. Weiterqualifizierung). Als Grundlage könnte ein Bildungsgutschein inklusive Bildungscheck in Kooperation mit der Stadt Wien dienen.

Kostenlose Berufsmatura bis zum 27. Lebensjahr

Seit November 2008 können Lehrlinge ihre Ausbildung kostenlos mit Matura abschließen. Für die letzte Teilprüfung hat man nach dem Lehrabschluss maximal 5 Jahre Zeit. Im Gegensatz zu Studierenden müssen Berufstätige für jede Weiterbildungsmaßnahme tief in ihre eigene Tasche greifen. So kostet eine Matura am zweiten Bildungswege rund 4.000 Euro plus etwaiger Fahrtkosten. Mit dem Bildungskonto und der Begabtenförderung kann nur ein Teil dieser Ausgaben ausgeglichen werden.

Nachdem die Studiengebühren gefallen sind, ist es ein Gebot der Fairness, künftig auch fertigen Lehr- und Fachschulabsolventen bis zum 27. Lebensjahr die kosten­lose Berufsmatura zu ermöglichen.

Sicherung der Berufsausbildungsreife

Durch individuelle Förderprogramme in Schulen und entsprechenden Organisationen muss vor dem Einstieg in die Lehre die Berufsausbildungsreife sichergestellt werden. Dabei ist besonderer Wert auf die soft-skills zu legen.

Intensivierung der Bildungs- und Berufsinformation

Professionalisierung der Bildungs- und Berufsinformation mit dem Schwerpunkt: Steigerung des Zuganges zu technischen Berufen auf allen Bildungsebenen – insbesondere für Mädchen und Frauen.

(Aus-)Bildungsoffensive für Pflegebereich

Individuelle bedarfsorientierte Pflege und Betreuung muss auch für künftige Generationen gewährleistet sein. Dafür bedarf es zahlreicher Verbesserungen in der Ausbildungsphase der Pflege- und Sozialbetreu-ungsberufe (u.a. Einbindung in das Regelbildungswesen, Ausbau berufsbegleitender Ausbildungen sowie der Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung (Aufschulung), spezielle Angebote zur Qualifizierung von Wiedereinsteigern/innen).

Außerdem sind die Tätigkeitsbereiche der jeweiligen Berufsgruppen im Sozialbetreuungs- und Gesundheitsbereich zu erweitern, um auf die demografischen, soziologischen und auch medizinischen Herausforderungen unserer Gesellschaft vorbereitet zu sein. Dazu ist es notwendig, den Ausbau der universitären Lehre und Forschung im Pflegebereich unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungen (klinische Pflegeforschung, Pflegemanagement, Grundlagenarbeit der Pflege, Pflegeplanung) massiv voranzutreiben.

AK-Bildungsgutschein verdoppeln

Die Arbeiterkammer hat in den letzten Jahren von der guten Konjunktur profitiert und soll nun einen Teil ihrer gestiegenen Einnahmen an ihrer Mitglieder zurückgeben. Der ÖAAB schlägt vor, den AK-Bildungsgutschein um 100.- Euro zu erhöhen.

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